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Das Baby ist erst vier Jahre alt und doch hat es schon einiges hinter sich gebracht: Campus Invasion, Fernsehgarten und sogar bis nach Istanbul trieb es die sechs Guerrillas. Doch trotz allem gibt es erst eine veröffentlichte Single der Band – „Miss Thing“. Da wollte SoulSite natürlich wissen, was die GGs so drauf haben. Kurz vor ihrem Auftritt beim „Taste It Now“-Festival in Speyer am 04.09.2004 befragte Linda Könnecke die Newcomer zu ihrer Entstehungsgeschichte, der Mannheimer Musikszene und neuen Plänen für die Zukunft. Nicole und Nikolas waren bei dem Gespräch leider nicht dabei, sie mussten bei einer der anderen Festival-Bands aushelfen.
Linda: Warum eigentlich der Name „Groove Guerrilla“? Wollt ihr die Zuhörer mit eurer Musik überfallen? GG: (Milian) Die Guerilla, weshalb du jetzt auf Überfallen ansprichst, ist im positiven Sinne zu verstehen. Es bedeutet, für Etwas zu kämpfen und als Einheit dazu zu stehen. Wir stehen eben dafür, Live-Musik zu machen und auf der Bühne Energie rüberzubringen. Einfach gute Musik zu machen, die die Welt brauchtAber Guerrillas sind ja bekanntlich Kämpfer, die aus dem Hinterhalt kommen. Seid ihr dann die Newcomer, die noch unentdeckt sind und überraschen wollen? (Milian) Genauso ist es. Es kennt uns niemand. Und wir haben vor, in der Öffentlichkeit bekannt zu werden. Insofern kommen wir quasi aus dem Hinterhalt. Wer hat sich dann den Namen konkret ausgedacht? (Milian) Das ist zusammen passiert im Proberaum. Wir fanden zwei Gs gut und dann hat es sich irgendwie eingependelt auf „Groove Guerrilla“. Und wer ist sonst bei euch der Ideengeber, was Musik und Text angeht – ist das bei euch aufgeteilt? (Milian) Den Text macht fast ausschließlich unsere Sängerin Nicole. Außer sie übernimmt mal einen Text, zum Beispiel das Gedicht von ihrem Cousin. Manchmal besprechen wir auch gemeinsam einen Text und verändern kleine Details. Aber im Grunde genommen schreibt sie die Texte.
Musik machen wir aber wirklich zusammen. Jeder hat vielleicht das, was er am liebsten macht. Letztendlich ist es halt die Keimzelle hat, und dann wird das Ganze rund gemacht, der gemeinsame Stil halt durchgezogen.
Es gibt euch jetzt seit vier Jahren als Band. Wie seid ihr denn zusammengekommen? (Jan) Wir kommen alle aus der Gegend Mannheim/ Heidelberg und da sind wir uns alle irgendwie über den Weg gelaufen. Es war fast schon wie ein glücklicher Stern. Nicole zieht aus Swasiland hierher, kommt auf eine Probe mit, wo wir eigentlich einen Rapper gesucht haben.. Also ihr habt schon vorher bestanden? (Jan) Nur so drei Monate vielleicht. Es war alles sehr frisch. Ich hab vorher mit Jochen schon mal Musik gemacht, dann haben wir uns wieder getroffen beim Roots Konzert und beschlossen, etwas zusammen zu machen. Nicci kam bei dieser Probe reingeschneit und auf einmal war sie da… (Jochen) … sie kam halt direkt aus Afrika nach Deutschland eine Straße weiter, wo ich wohne, kam dadurch in meinen Freundeskreis und dadurch hat sich dann der Rest ergeben. Es war also quasi ein Riesen-Zufall. Seit 2003 arbeitet ihr mit eurem Manager Martin Hoefle zusammen. Was hat sich seither geändert? (Jochen) Er ist einfach ein Schlitzohr und hat uns viele Auftritte vermittelt z.B. die MTV Campus Invasion letzten Sommer, wir waren mit den Söhnen im Eisstadion und spielen demnächst beim NewPop-Festival. Ich meine, wir haben alle unser Ding nebenher laufen, ob Studium oder Arbeit. Aber trotzdem nehmen wir uns die Zeit für die Produktion von neuen Songs. (Arnim) Gerade seit der Single-Auskoppelung zu „Miss Thing“ haben wir so viele Termine, die wir wahrnehmen können. … was sicherlich auch dadurch möglich war, dass ihr jetzt bei dem Label „Beats around the Busch“ unter Vertrag seid. Hat man es als Mannheimer Band leicht, dort raufzukommen, oder wie habt ihr die Zuständigen dort überzeugt? (Milian) Bei uns ist es nicht unbedingt der Lokal-Bonus, es gibt ja auch „Majestic 12“ auf dem Label, die aus New York kommen. Man muss natürlich sagen, dass die uns auf Konzerten wie der Campus Invasion gesehen haben, was in Paderborn zum Beispiel nicht möglich gewesen wäre. Wie sieht es allgemein in der Mannheimer Szene aus, was diese Musikrichtung angeht? (Jan) Hier gibt es einfach eine gute Infrastruktur, wo sich jeder aushilft über Soul, Funk und Rock. Es ist bekannt für deutschen Soul. Zwar machen wir Musik in englischer Sprache. Aber es gibt eine lange Tradition für Mannheim im Soul und Funk-Bereich, wegen den amerikanischen Militärs, die hier stationiert waren. Irgendwo macht es Sinn, dass Mannheim viel Soul macht, egal ob englisch oder deutsch. Warum habt ihr euch jetzt speziell für englischen Soul entschieden? (Milian) Nicole ist in Swaziland aufgewachsen, es ist ihre Muttersprache und damit kann sie sich am Besten ausdrücken, wenn sie ihre Texte schreibt. Es wäre aufgesetzt, wenn sie auf Deutsch singen würde, nur weil es gerade angesagt ist. Das ist ja auch die Sprache, in der sie denkt. Bis jetzt gibt es ja als Veröffentlichung nur die Single „Miss Thing“, die ich sogar schon einige Male auf den Musiksendern gesehen habe. Und natürlich kann man auch einige Tracks auf eurer Homepage hören, bei denen ihr euch aller möglichen Musikrichtungen bedient. Für mich klingt es doch aber sehr nach Funk. Was sagt ihr dazu? (Milian) Also gerade wegen „Broadway“ werden wir öfter auf Morcheeba angesprochen, eher das Coolere. Aber Funk ist auf jeden Fall auch ein Einfluss, die Wurzeln sind da, bei James Brown und Maceo Parker. Man kann es also nicht verleugnen. Aber ihr würdet euch nicht darauf festlegen? (Jochen) Nein. Gerade bei der Programmierung geht es eher in den HipHop-Bereich. Auch mit den Scratches, bei denen ich ja zu tun habe (hier grinst der DJ). Wir haben keine konkrete Vorgabe, ob Funk, Soul oder HipHop- was raus muss, muss halt raus. Es ist eh schwer, sich festzulegen, weil alles ineinander übergeht. Stimmt es, dass demnächst ein Album rauskommen soll? (Milian) Das kann man hoffen. In jedem Fall wird im November eine zweite Single veröffentlicht. Aber ob es mit dem Album Ende dieses, oder Anfang nächsten Jahres klappt, wissen wir noch nicht. Das entscheidet das Label. Wichtig ist, dass wir die Songs bis dahin fertig haben. Was kann man sonst vom Album erwarten? (Jochen) Es wird sehr gemischt. R&B-Nummern, Balladen und vielleicht auch einen rockigeren Song – ein weites Spektrum eben von schnellen und langsamen Tracks. Jetzt geht es gleich auf die Bühne vom „Taste It Now Festival“. Nachdem ihr bei der großen MTV Campus Invasion dabei ward – bedeutet es euch noch etwas, bei solch einer relativ kleinen Veranstaltung aufzutreten? (Arnim) Wir spielen gerne auf großen Bühnen, aber genauso gerne auch in Clubs mit nur 50 Leuten. Beides macht Spaß. Unseren letzten Auftritt hatten wir vor zwei, drei Wochen und dann waren wir nur im Studio. Da ist man ganz schön ausgebrannt und freut sich, auf der Bühne zu stehen, weil man die Emotionen rauslassen kann. (Milian) Nur mal zum Vergleich. Wir haben in Istanbul ein Konzert im 400-Leute Club gespielt, das hat super Spaß gemacht. Es kommt auf das Publikum an. (Jan) Ich persönlich finde kleine Locations besser, weil man leichter an die Leute herankommt. Weil die Leute direkt zu euch kommen und nicht nur zu einer von vielen Bands einer Großveranstaltung? (Arnim) Ja, das Publikum ist näher, wenn die Bühne nicht so hoch ist und du keinen Absperr-Graben mit Security hast. Du siehst direkt, wie die Songs ankommen. (Milian) Bei dem Auftritt mit den Söhnen in der Eishalle war es aber auch ein krasses Erlebnis. Man ist anfangs nur ein kleiner Punkt und geht dann von der Bühne runter und hat den Adrenalin-Stoß bekommen und fühlt sich groß. Das heißt, ich muss nachher beim Auftritt darauf achten, ob sich eure Augen vor Aufregung und Begeisterung weiten?! Ja, so ungefähr. (lachen)
Dann wünsche ich euch viel Erfolg und vor allem Spaß beim Spielen
Übrigens, seit dem 16. August ist die Single „Miss Thing“ in den Läden erhältlich. Ein recht poppiger Song, der sehr schnell ins Ohr geht, wenn man ihn nicht schon des öfteren im Radio gehört hat. Und damit keine Langeweile aufkommt, mischten Mousse T. und DJ Thomilla jeweils eine House und eine Club-Variante des Songs ab. Wobei der Zusatztrack „Pride“ noch sehr viel eher das Gesangstalent von Nicole Hadfield widerspiegelt.
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