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So einen Karrierestart wünschen sich viele Künstler. Doch nur einer hat es geschafft: Muhabbet. Monatelang als unfreiwilliger Geheimtipp auf etlichen illegalen Internet-Tauschbörsen vertreten, hat er nun endlich einen Plattenvertrag bei SonyBMG ergattert und veröffentlicht demnächst sein Debütalbum über das Independent-Label ”Plak Music”. Über den R&B-esk-Stil, die Single ”Sie liegt in meinen Armen” und seinen alten Freund Cetin sprach Muhabbet mit Linda Könnecke von SoulSite.de.
 Muhabbet am Telefon Linda: Wie viele Promo-Termine musstest du die letzten Tage schon absolvieren? Muhabbet: Ich bin gerade von einer Istanbul-Reise für die Yam-Redaktion zurück, wo ich „meine“ türkische Welt vorstelle. Dann war da noch Bravo-Interview, der Video-Dreh, die You-Messe und demnächst der Auftritt bei „The Dome“ an.Stört es dich nicht, das dich die Plattenfirma in die „Türken-Schiene“ steckt?
Für mich ist es eher wichtig. Ich habe ein türkisches Herz, aber deutsche Disziplin. Und ich singe deutsche Texte über türkische Melodien. Ich will eine Brücke bauen zwischen türkischer Musik und den deutschen R&B-Hörern, damit sie unsere Musik auch mögen. Wie beschreibst Du einem Nicht-Kenner deinen R&Besk-Stil? Arabesk ist türkische Kunstmusik aus den 70ern. Da geht es oft um Heimweh und Liebeskummer, wie ein Spiegelbild vom Leiden. Für jeden Ton bei europäischer Musik haben wir vier weitere Zwischentöne. Die R&B-Beats dazu – das ist mein Stil. Wie ist der Song „Sie liegt..“ entstanden?
Als ich das Lied damals mit Cetin eingespielt habe, musste er an seinen verstorbenen Opa denken. Da habe ich überlegt: Was wäre, wenn du jemanden, der dir noch sehr viel näher steht, plötzlich verlierst, z.B. deine Frau,. Wie ein Kurzfilm: Man streitet wegen einer Lappalie und auf einmal stirbt die Frau.  Muhabbet am Telefon Was hat es eigentlich mit der Internetgeschichte zwischen dir und Cetin auf sich? Wir sind uns 2000 in der Schule begegnet. Es hatte sich rumgesprochen, dass ich Musik mache und einen Background-Sänger suche. Da ist Cetin auf mich zugekommen und wir haben drei Jahre lang Musik aufgenommen. Unser letzter gemeinsamer Song war 2003 „Zu spät“. Davon habe ich Cetin eine CD mitgegeben, damit er es anderen vorspielen kann und schon war das Lied im Internet. Ich weiß nicht, wer es reingestellt hat. Ich habe ihn gebeten dass er etwas dagegen tun soll, dass unser Song mit seinem Namen online ist. Da ist er ausgetickt, was ich ihm denn unterstelle. Dabei habe ich nie behauptet, dass ER es war, nur, dass er etwas dagegen unternehmen solle. Danach kam er nicht mehr zu Gigs ich habe ihn nicht mehr erreicht und auch nicht gesprochen.
Abgesehen von dieser Angelegenheit, was war das für ein Gefühl zu wissen, dass dein Song über das Internet so berühmt ist?
Für mich war das ein ständiger Zwiespalt, weil es ja nicht unter dem richtigen Namen lief. Erst als ich Anfang des Jahres auf Deutschlandtour war, in Berlin auf der Bühne stand und alle mitsangen, da hatte ich echt Tränen in den Augen. Da kamen zum ersten Mal Glücksgefühle auf.
Viele Leute stellen ihre Songs ins Internet, bekommen aber keinen Plattenvertrag. Wie hat es bei dir geklappt? Die Leute mögen nicht einfach nur den Song, sondern den Stil den Mann, der dahinter steckt. Das haben die auch bei Plattenfirmen gemerkt. Und ich habe mich dann neben vier anderen für SonyBMG entschieden. Hast du bei dem großen Major keine Befürchtung, dass sie deine erste Single groß promoten, dich danach aber wieder fallen lassen? Ich habe extra das Independent-Label „Plak Music“ als Puffer dazwischen geschaltet. Die sind erfahren und haben einen Vertrag ausgehandelt, mit dem ich nicht gleich wieder rausfliege.
Wie sieht demnach die Planung für das Album aus? Die Vorproduktion haben wir schon in der Türkei gemacht, in Berlin kommt jetzt der zweite Teil. Als Produzenten helfen mir Ünal Yüksel und Volga Tamöz. Wir haben ungefähr einige alte Songs neu eingespielt und abgemischt. Es gibt aber auch neue Tracks, die noch keiner kennt. Spätestens Februar 2006 könnt ihr mit dem Album rechnen, im März gibt es dann auch die neue Single.
Eine letzte Frage an dich: Warum hast du als Künstlernamen „Muhabbet“ und nicht deinen bürgerlichen, Murat Ersen, gewählt?
Als ich 15 war, wollte ich schon unbedingt berühmt werden. Da haben mein Bruder und ich einfach im Wörterbuch rumgeblättert und sind auf den Namen gekommen. „Reich und schön“ wollte ich schon immer sein.
Und mit einem Lachen verabschiedet sich der junge Künstler, dessen Namensbedeutung Wahrheit geworden ist, vom Interview. Auf zum nächsten Promo-Termin, damit auch jene Internet-losen endlich über Muhabbets Mega-Hit „Sie liegt in meinen Armen“ Bescheid wissen. Viel Erfolg!
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