soul
Interviews :: Konzerte :: Konzertreviews :: Interview-Suche :: Konzert-Suche
soul
 interview
leer
Mattafix  
soulsite.de
Keiner lag falsch  
19.11.2005 :: Telefon - von Linda Könnecke  


Als absolute Großstadthymne wird er oft verstanden. Dabei dreht es bei dem Hit „Big City Life“ des Londoner Duos Mattafix um mehr als nur Straßenhektik, eben auch soziale Unterdrückung und kulturelle Differenzen. Marlon Roudette und Preteesh Hirji haben sich vor zwei Jahren kennen gelernt und ihre musikalischen Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede entdeckt. Beide Aspekte haben sie nun auf ihrem Debütalbum „Signs Of A Struggle“ (VÖ: 18.11.05) umgesetzt, das bei Virgin Records erschienen ist. Linda Könnecke von SoulSite.de sprach mit Sänger Marlon über Geldprobleme, soziale Verantwortung und dem aktuellen Trend karibischer Klänge

Mattafix :: Keiner lag falsch - 19.11.2005
Linda: Euer Debütalbum klingt nach einer guten Mischung aus Soul, Blues, Ragga und Banghra – was in Großbritannien sehr üblich ist. Warum glaubst du, dass euer Stil auch im Rest Europas erfolgreich sein wird?
Marlon: In Italien haben wir sogar Platz Eins erreicht. Aber ganz ehrlich: Damit haben wir nicht gerechnet. Ich bin ja auch kein Vorhersager, weiß auch nicht, worin unser Geheimnis liegt. Wir sind einfach absolut „original“. dass macht wohl unseren weiteren Erfolg aus.

Eure Songs klingen alle sehr melancholisch und verbreiten traurige Stimmung.
Das kann schon sein. Wir sind damals harte Zeiten durchgegangen, als wir das Album aufgenommen haben. Kein Auto, kein Geld - das spiegelt sich auch schnell in den Liedern wieder. Aber es gibt auch weniger persönliche Tracks wie „Clear And Present Danger“. Als die britische Armee damals im Nahost einmarschiert ist, hat mich das sehr beschäftigt. Und das kam dann auch in einigen Songtexten vor.

Wie sieht es aus mit Themen, die nicht rein persönlich sind, sondern in der gesamten Welt vor sich gehen. Was bewegt dich außerdem?
Momentan sind es auch die Straßenkämpfe der Jugend in Frankreich. Aber eigentlich doch noch mehr der Konflikt im Nahost. Ich denke, die Politiker haben nicht schnell genug reagiert und auch vergessen, was es heißt, jung zu sein. Man sollte einfach mal beachten, dass es Situationen gibt, in denen keiner falsch liegt, man aber trotzdem etwas verändern muss.

Steht dann die Musik von „Mattafix“ (dt: Angelegenheit gelöst) als Heilmittel oder Lösung für viele Probleme?
Irgendwie schon. Es kamen schon Leute auf mich zu, die sagten meine Texte, unsere Musik hätten ihnen geholfen, mit Schwierigkeiten besser umzugehen. Ich habe mit dem Album nie beabsichtigt, etwas zu bewirken, aber als Künstler hast du einfach einen gewissen Einfluss auf andere Menschen. Da musst du dir stets bewusst sein, welche Verantwortung du in deinem Job übernimmst.

Mattafix :: Keiner lag falsch - 19.11.2005
Nimmst du dir für das nächste Album vor, verantwortungsvoller zu sein?
Nein, auf keine Fall. Ich schreibe Songs nicht extra für andere, sondern nur das, was mich persönlich in diesem Moment bewegt. So wie eben bei „Clear And Present Danger“, mein erster Song, auf den ich wirklich stolz bin.

Als letzte Frage habe ich eine kleine Aufgabe für dich. Ich lese dir die aktuelle Top10 der Deutschen Black-Charts dieser Woche (DBC auf SoulSite) vor. Du nennst mir den Song, der am ehesten deinen Geschmack trifft.
Wow, ihr steht wohl voll auf die Amis. Also ich wähle Kanye West „Gold Digger“. Er ist ein unglaublich guter Produzent und Jamie Foxx ein herausragender Künstler.

Oft ist es doch aber so, dass viele Produzenten klasse Songs für andere Künstler entwickeln. Wenn sie dann eigene Stücke rausbringen, sind diese oft nicht so kreativ wie bei den Fremdproduktion. Woran liegt das?
Als Künstler, der viel für andere arbeitet, ist es schwer, seine eigene Richtung zu finden, musikalisch und lyrisch. Ich denke, daran liegt bei vielen die Schwierigkeit der eigenen Kreativität.

Die Charts zeigen ja, dass moderne, karibische Klänge momentan echt im Trend sind. Woran das liegt?
Die Leute sind einfach sehr kreativ, ihre Kultur hat viele Einflüsse, die sich in der Musik widerspiegelt. Es sind es nicht immer nur die fröhlichen Partysongs, die reißen. Künstler wie Dennis Brown oder Jimmy Cliff haben stets soziale oder politische Aspekte in ihre Songs eingebracht und sich mit den Schwierigkeiten, dort zu leben, beschäftigt.

Mattafix :: Keiner lag falsch - 19.11.2005



Eben jene kulturelle Eigenheit findet sich auch in den Songs von Mattafix wieder, wie der Albumtitel unschwer erkennen lässt. Der Mainstream ist solche Ehrlichkeit nicht immer genehm, anspruchsvolle Musikkenner wissen so etwas jedoch zu schätzen. Wir wünschendem Duo weiterhin viel Erfolg!

 

hoch
 

 

 

 archiv
leer
2010 - Sandra St. Victor
2010 - Donell Jones
2010 - Tim Dillinger
2010 - Jean-Paul 'Bluey' Maunick (Incognito)
2010 - Rico Levant
2010 - Adwoa Hackmann
2010 - Darrius Willrich
2010 - Jazzy
2010 - Gypsy Stokes
2010 - Beatrice Thomas
2010 - Kaled Ibrahim
2010 - Melania
2010 - Joonie
2010 - Johannes Oerding
2010 - Drew Sidora
2010 - Menoosha
2010 - Bashiyra
2010 - Bobby Jones aka Son Of Ellis
2010 - Jay Sean
2010 - Kimberly Nichole
2010 - Kevin Bryant
2009 - Laura Vane
2009 - Tuomo
2009 - Leon Taylor
2009 - Fetsum
2009 - Adam Emil
2009 - Mic Donet
2009 - Eric Arceneaux
2009 - Kaye-Ree
2009 - The Sweet Vandals
2009 - Cassandra Steen
2009 - Söhne Mannheims
2008 - Rachel Scharnberg
2008 - OleSoul
2008 - Cinnamon Brown
2008 - Will Preston
2008 - Blake Carrington
2008 - U-Nam
2008 - Andreas Horchler
2008 - Earth, Wind & Fire
2008 - Jua
2007 - Valarie Adams
2007 - SaYa
2007 - Kevin Michael
2007 - Javier
2007 - Trizonna McClendon
2007 - Soul Basement
2007 - Shorty Corleone
2007 - Amaree
2007 - Roi Anthony
2007 - Justyn Matthews
2007 - Ruben
2007 - Rico Levant
2007 - Peter Legat (v. Count Basic)
2007 - D.ablo
2007 - Maty Soul
2007 - Simon Webbe
2006 - KEM
2006 - Robin Thicke
2006 - Brown's Bag
2006 - Kyra
2006 - Karl Frierson
2006 - Clara Hil
2006 - Lisha
2006 - Mooli
2006 - Sam Moore
2006 - Gabriel Gordon
2006 - Raiinsongwriter
2006 - Sebastian Hämer
2006 - Martin Luther
2006 - Anam Owili-Eger
2006 - Alison Crockett
2006 - Positunes
2006 - Renaissanz
2006 - Tayo Awosusi
2006 - Codx
2006 - J-Lyriq
2006 - Christina Lux
2006 - Tasha LaRae
2006 - Ray J
2006 - Lab Addicts
2006 - Autumn
2006 - Son-D-Lyte
2006 - Nadja Benaissa
2006 - Carl Keaton Jr.
2005 - Mattafix
2005 - Muhabbet
2005 - Don-E
2005 - John Legend
2005 - Groove Guerrilla
2005 - Bintia
2005 - Naturally 7
2004 - Lutricia McNeal
2004 - Soulounge
2004 - Sedoussa
2004 - Groove Guerrilla
2004 - Mario Winans
2004 - Brenda Russell
2004 - Jocelyn B. Smith
2004 - Rahsaan Patterson
2004 - MIC
2002 - Ramsi Aliani
 newsletter
leer
Melde Dich bei unserem Newsletter an.

Los gehts...