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Die vergangenen Jahrzehnte hat sich Alison Crockett einen renommierten Namen als Soul- und Jazz-Sängerin für Künstler wie King Britt und die Gruppe US3 gemacht. Zuvor schloss sie sogar einen Master-Abschluss an der Manhattan School of Music ab und veröffentlichte 2001 ihre erste EP „Diva Blue“. Drei Jahre später erschien ihr Debütalbum „On Becoming A Woman”, dem jetzt im Frühling 2006 die zweite CD „Return Of Diva Blue“ folgte. Im Email-Interview mit Linda Könnecke sprach die vielseitige Künstlerin über Familiengeschichten, Studienabschlüsse und das legendäre Diva-tum
Linda: Über deine musikalische Ausrichtung herrschen unterschiedliche Meinungen. Die einen sagen es sei Funk, andere siedeln es doch eher im (Neo-) Soul an. Wo siehst du dich nach all den Jahren? Alison: Ich kann es nicht genau beschreiben. Ich habe Aspekte von Jazz, Soul, elektrischer moderner Musik und Drum´n´Bass mit drin. Für mich ist es einfach Musik. Und wenn es den Leuten gefällt, sollen sie es nennen wie sie wollen.Du hast an der Universität den Bachelor wie auch den Master of Music absolviert. Warum hat dies so eine große Bedeutung für dich, obwohl es in deinem Beruf oft nur um Kreativität und Talent geht? Zum damaligen Zeitpunkt war eine musikalische Ausbildung sehr wichtig für mich. Ich wollte verstehen, wie diese Industrie von innen heraus funktioniert, in all seinen Aspekten. Nein, man braucht kein Studium, um tolle Musik zu produzieren. Aber ich wollte es einfach machen. Du hast drei Jahre lang mit der Band US3 getourt. Was hast du aus all der Zeit mitgenommen? Songschreiben ist ein erlernbares Handwerk, und das habe ich mir zu dieser Zeit sehr gut antrainiert. Ich habe gelernt, wie man Texte auf jeder Art Track schreibt, egal zu welchem Thema. Außerdem haben mir diese Tage sehr viel Erfahrung im Touring gegeben, und ich konnte viele Leute und neue Orte kennen lernen, die ich ohne die Jungs nie gesehen hätte. Dein Bruder arbeitet in vielen Bereichen mit dir zusammen. Sollte man die Familie nicht lieber aus dem Geschäft raushalten, um Probleme zu vermeiden? Teddy und ich haben großes Glück. Wenn wir uns mal nicht einig sind, hören wir zumindest auf den anderen und versuchen, die Dinge voranzutreiben. Die eigene Familie gehört nicht immer zu der besten Gruppe von Personen, mit denen man zusammenarbeiten sollte. Aber ist einfach der Typ, der weiß, was das Beste für mich ist. Er hat nie versucht, einen Vorteil aus meiner Karriere zu ziehen. Und ich denke, das wird er auch nie. Du hast dich bereits auf deiner ersten EP “Diva Blue” genannt. Wie definierst du diese Bezeichnung für eine Frau? Also, eigentlich war es King Britt, der die Figur Diva Blu für den Track "When the Funk Hits the Fan" erfunden hat. Auf meiner ersten Solo-Platte, habe ich darauf aber keinen Bezug genommen. Diese Remix-CD erlaubt es mir jetzt einfach, in eine Rolle zu schlüpfen, die ich nicht bin. Diva Blue ist einfach größer als das Leben und eben auch mercuria.Und wer ist für dich eine Diva? Es gibt eine Menge Diven – in der Vergangenheit und auch heutzutage. Diese Frauen sind meiner Meinung nach einzigartige, leidenschaftliche Künstler. Sängerinnen wie Nancy Wilson, Patti Labelle oder auch Aretha Franklin. Auf deiner neue CD hast du einige Songs im Remix draufgepackt. Nach welchen Kriterien hast du die Lieder ausgewählt? Wir haben einige Leute gefragt, ob sie die Song abmischen wollen und dann haben sie zugesagt. So einfach war das. Und wann dürfen wir wieder ein Album mit komplett neuem Material erwarten? Ah....diesen Sommer soll was Einzigartiges kommen. Ich liebe Überraschungen. Deshalb must du es einfach abwarten und dann wirst du schon sehen. Noch zwei allgemeine Fragen an dich. Viele amerikanische Künstler behaupten, die europäische Musikszene sei ganz anders als die eigene. Wie denkst du darüber? Für die, die nicht dort leben, stimmt das. Als amerikanische Künstlerin fühle ich, dass es in Europa eine größere Aufmerksamkeit für neue Projekte gibt, als in Amerika. Es ist auch leichter, hier zu touren, weil die Leute mehr rausgehen und Live-Musik genießen. Auch in Amerika spürt man ein solches Interesse. Aber dort ist es schwerer, die Leute zu erreichen und gleichzeitig seine Brötchen zu verdienen. Zum Schluss noch die obligatorische Frage: Welche CD hast du dir zuletzt gekauft? Bob Marley and the Wailers mit "Legend". Reggae war nie mein Ding, aber ich bin jetzt in einem Viertel, wo man diese Musik jederzeit hört. Ich habe auch schon einige Songs in diesem Stil komponiert. Ich wollte Bob einfach näher kommen, weil ich schon einige seiner Platten habe.
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