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Martin Luther  
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Hauptsache kreativ  
Juli 2006 :: Telefon - von Linda Könnecke  


Wenn dein Vater dir einen solch historischen Namen aufbürdet, musst du was draus machen. Mechaniker oder Oberschullehrer konnte Martin Luther nicht werden, nein, er sollte bereits mit jungen Jahren Musiker werden und seine Botschaft in die Welt tragen. So nun geschehen Anfang des Jahres, als der Sänger auf Deutschlandtour seine Platte „Rebel Soul Music“ vorgestellt hat. Unterwegs, in der Bahn sitzend, hat er damals mit SoulSite-Redakteurin Linda Könnecke am Telefon geplaudert.

Martin Luther :: Hauptsache kreativ - Juli 2006
Linda: In Deutschland bist du bekannt als „der Soulkünstler mit Gitarre“. Warum gerade dieses Instrument?
M. Luther: Weißt du, ich bin mit Rock´n´Roll aufgewachsen. Es erlaubt dir, so viele Stile zu bedienen und sie auf die traditionelle Art und Weise zu spielen. Aber wenn wir alle verschiedenen Wurzeln entstammen, das Endergebnis ist dasselbe. Solange es kreativ entsteht, ist es gute Musik. Egal ob Funk, Rock Soul oder dieser neu betitelte „Neo Soul“. Obwohl der eigentlich nicht anders ist als das Original. Dank der Medien hat es einfach nur einen neuen Namen bekommen.

Du hast inzwischen dein eigenes Label “Rebel Soul Records” gegründet. Was hat dich dazu bewegt?
Es gibt mir Kontrolle über alles, jeden einzelnen Job, der dazu gehört, wenn man eine Platte rausbringt. Hauptsache, ich kann neben all dem Bürokram kreativ bleiben und keiner spricht mir dazwischen.

Bevor du solo gestartet bist, warst du viel mit den Roots unterwegs, auch bei uns hier in Europa. Was ist dein Eindruck?
Die Leute scheinen die Musik hier sehr zu schätzen. Mir ist aufgefallen, dass in Europa jede Menge Festivals stattfinden. Für uns als Live-Band ist das echt gut. Zwar haben wir in den Staaten auch Großveranstaltungen, aber nicht mit einer Masse von 20.000 Leuten, die dir begeistert zuhören.

Früher hatten Künstler oft eine Botschaft in ihren Lieder. Hört man neuere Songs, geht es aber meist nur um Clubs und Parties. Woran kann das liegen?
Es ist doch so: Sie wünschen sich, ihr Leben wäre genau so wie es in den Songs erzählt wird. Dabei ist die Realität eine andere, gerade hier bei uns in den Staaten. Seit es das Internet gibt, haben wir so viele Möglichkeiten uns Informationen, auch von anderswo als unseren eigenen Land, zu beschaffen. Nur leider nutzen es die wenigstens ausreichend genug. Sie haben eben nur eins im Kopf: Geld, Parties und Sex.

Martin Luther :: Hauptsache kreativ - Juli 2006
Mal etwas anderes: Was hältst du eigentlich von George Clinton? Mit ihm wirst du oft in Verbindung gebracht.
Für mich ist er ein Prophet, als Künstler und auch als guter Freund. Er hat damals schon über Dinge geredet, die so noch keiner erkannt hatte. Und überleg mal, er war einer der ersten, die Musik rein mit Computern gemacht haben. Das verdient Respekt.

Ebenso wie auch deine Musik Anerkennung verdient. Eine letzte Frage bezieht sich auf deinen Namen. Da du nach dem berühmten Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. benannt worden bist – welchen Traum hast du für deine Zukunft?
Ich mache einfach so weiter wie immer, mit anderen Musikern zusammenarbeiten. Vielleicht erobere ich die ganze Welt mit meiner Musik, verdiene haufenweise Geld, so dass ich mir ein Haus mit Swimmimg Pool leisten kann.




Viel Erfolg dabei wünscht SoulSite.

 

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