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Es ist nicht leicht für eine Redakteurin, wenn sie mit der wohl sanftesten Stimme aus der Detroit telefonieren soll. So geschehen November diesen Jahres im Interview mit KEM. Mit dem Soulsänger sprach Linda Könnecke über Platinalben, Major-Labels und seine Pläne für 2007. Ein unterhaltsames Gespräch am Nachmittag, das fast nicht geendet hätte, wäre der Musiker nicht für ein Konzert am selbigen Abend im Hamburger Stage-Club gebucht.
Linda: Eine Frage vorweg: Wie kommt es, dass du nur ein Konzert bei uns in Deutschland spielst, in Schweden aber zweimal auftrittst, in Stockholm UND Malmo? KEM: Das liegt in der Hand der Promoter. Hamburg ist toll und ich freue mich heute Abend hier spielen zu dürfen und denke, dass es nicht dabei bleiben wird. In der geringen Zeit, die wir haben, versuchen wir so viele Märkte wie möglich zu erobern. Wir wollen definitiv zurückkommen.Für 2006 hast du dir ein Ziel gesetzt. Worum geht es? Meine zwei Alben haben in den Staaten mit jeweils 750.000 verkauften CDs Goldstatus erreicht. Die Kampagne „The Road To Platinum“ soll „Kemistry“ und „Album II“ jetzt zu mehr Erfolg verhelfen. Wir machen keinen R&B oder HipHop, sondern Soul. Diese Art Musik muss in den Köpfen der Leute bleiben, deshalb begeben wir uns auf diesen Weg. Auf deiner Website habe ich gelesen, dass du Paaren anbietest, auf ihrer Hochzeit zu singen. Was hat es damit auf sich? Das war ein Wettbewerb, bei dem Leute diesen Auftritt von mir gewinnen konnten. Aus Geldgründen muss ich nicht mehr auf Hochzeiten singen, dafür verkaufen sich die Alben zu gut. Schon lange vor dem Motown-Vertrag hat sich dein Debüt „Kemistry“ 10.000 Mal verkauft. Welches Marketing-Geheimnis steckt dahinter? In jedem Geschäft brauchst du Leute, die Ahnung davon haben. Da reicht es nicht kreativ zu sein, man muss auch das Geschäft verstehen. 90 Prozent geht es um das Du musst wissen, wer dein Publikum ist und wie du es erreichst. Außerdem sollte dein Produkt so gut gemacht sein und aussehen, wie das der Konkurrenz. Meine Platten müssen so gut klingen wie die von Stevie. Als ich noch keinen Deal hatte, wollte ich erfolgreich sein wie jemand bei Motown.
Es ist der Beweis dafür, dass diese Musik noch immer geliebt und geschätzt wird – nicht nur in den Staaten, sondern gerade in Europa. Deshalb bin ich hier. Bei einem Major unter Vertrag zu sein hat seine guten und schlechten Seiten. Was ist für einen Künstler besser – der große Deal oder der unabhängige Weg? Es hängt davon ab, wie die Beziehung zwischen Label und Künstler läuft. Entscheidend ist aber auch die Musik, der Künstler selbst und wer außerdem im Projekt involviert ist. Man kann mit einem Major gute Erfahrung mache oder auch schlechte mit einem Independent Label oder andersrum.
Es geht darum, was du für dich willst und eben auch wie gut du dich in Geschäftssachen auskennst. Nur weil du bei einem Major bist, heißt das noch lange nicht, dass du nichts zu tun hast. Du musst einfach alles dafür tun, um deine Platte erfolgreich zu machen. Viele Künstler machen den Fehler zu glauben, das Label übernehme alles für sie. Du musst nur für dich die Entscheidung treffen.Du hast dein eigenes Label “Kemistry Records”, vertreibst deine Alben jedoch in Kooperation mit Motown/ Universal. Hast du noch Kontrolle du über die Musik? Oh ja, solange sich deine Musik gut verkauft, hast du keine Probleme mit dem Label. Was hat sich über die Jahre verändert? Die finanzielle Situation auf jeden Fall, aber auch mein Publikum, das jetzt viel größer ist. Wir haben es sogar bis nach Europa geschafft. Nur ein Major ermöglicht dir diese Reichweite. Du hast einen Remix mit Marsha von Floetry für “Love Calls” aufgenommen. Wird es mal ein Remix-Album oder vielleicht sogar eine Live-CD geben? Ein Live-Album auf jedenfall, ebenso wie eine DVD. Das soll Anfang/ Mitte 2007 erscheinen. Ich habe viele Remixe zu den Songs vom „Album II“ gemacht Vielleicht kommt das mit dem neuen Studioalbum. Aber zuerst kommt die neue DVD, die CD vielleicht auch nächstes Jahr. Welches Instrument steht eigentlich für Soul? Eindeutig die Fender Rhodes, das Keyboard. Das erinnert mich an Soulmusik. Es klingt warm wie ein Piano und auch ein bisschen alt, so wie bei Stevie Wonder mit seiner Wurlitzer. Vielleicht auch die Bläser, also Trompete und Saxofon.Du hast bereits Musik für Filme wie „Madea´“. Nun heißt es, du willst auch schauspielern. Vor ein paaar Monaten habe ich Schauspielunterricht angefangen. Ich war schon immer fasziniert von Filmen. Eine Rolle habe ich noch nicht in Aussicht, aber wenn das nächste Album fertig ist, fahre ich vielleicht mal rüber nach LA und schaue mich um.
Ob nun auf CD oder in den Kinos – KEM ist auf dem besten Weg, nun auch dem Rest der Welt sein Talent zu beweisen.
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