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Justyn Matthews  
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Auf den Spuren von Maxwell  
April 2007 :: Email - von Linda Könnecke  


Justyn Matthew heißt das neue selbstbewusste Nachwuchstalent aus New York City. Die ersten Jahre seiner Karriere verbrachte er als Mitglied diverser Bands. Mittlerweile startet der Sänger aber solo. Im Interview per Mail stellte sich Matthew den Fragen von SoulSite-Redakteurin Linda Koennecke. Interessante Ansichten über das Klischee des „Blue Eyed Soul“, zuviel Ego und romantische Momente im Leben.

Justyn Matthews :: Auf den Spuren von Maxwell - April 2007
Justyn Matthews
Linda: Lass uns mit Allgemeinem starten. Wann warst du dir erstmals deines/ deiner SOUL bewusst?
Justyn: Also, wenn du von Soulmusik sprichst, dann seit ich ein Kind war. Ich habe mich stets von Soulmusik angezogen gefühlt – von dem Groove, der Melodie, der Leidenschaft. Wenn es um die Seele einer Person geht: Da kann ich nicht genau sagen, wann ich mir dessen bewusst war. Entweder du hast es, oder eben nicht. Und ich kann mich erinnern, dass ich es immer hatte. Das hört man auch in meiner Musik.

Und was schätzt du am Soul?
Bei Soul geht es für mich um Rhythmus und Groove. Etwas, das du tief in dir drin fühlst. Wenn du Soul hast, dann sieht man es an der art, wie du läufst, redest, tanzt und singst. Soul kannst du nicht vortauschen, denn er lügt nicht. Das liebe ich daran.

Wessen Soul lebt in dir?
Ich denke, in mir lebt eine “alte Seele“. Ich stehen den aktuellen Ereignissen sehr kritisch gegenüber, besonders, was in der fabrikartigen Pop-Star-Industrie wie bei “American Idol” vor sich geht. Ich bin ein großer Fan der Siebziger-Soulmusik von Stevie, Marvin, Donny, Earth Wind & Fire, Bill Withers, James Brown, Al Green, etc. Wenn ich mich in der heutigen Musikszene umschaue, sehe ich, dass sie von inhaltslosen Texten dominiert ist und keinerlei Melodie aufweist. Die Produktion scheint wichtiger als das Lied selbst. Ich versuche die traditionelle Soulmusik mit dem Gefühl von heute zu vereinen. Zudem schreibe ich zeitlose, soulvolle Lieder. Ich denke, die Leute brauchen das einfach.

Wie viele Künstler willst du ungern in eine Schublade gesteckt werden. Es gibt aber einige, die deinen Stil gerne als “Blue Eyed Soul” bezeichnen. Wie beschreibst du deine Musik, womit fühlst du dich verbunden?
Es ist nicht so, dass ich mich ungern kategorisieren lasse. Ich verstehe, dass es für die Leute einfacher ist, wenn sie mich irgendwo einsortieren, die mit diesem oder jenem brandmarken. Da ich weiß bin, werde ich automatisch als “Blue-Eyed Soul" Künstler eingestuft. Das Großartige bei Musik ist aber, dass sie Label- und Genregrenzen überschreitet. Gute Musik (wie alle großartigen Künste) kennt keine Zeit, Farbe oder Geschlechter. Ich für mich bin einfach ein Soul- und R&B-Sänger. Nicht mehr und nicht weniger. Meine Musik ist Soul/R&B. Und wenn die Leute es irgendwie abstempeln wolle, dann hoffe ich ur, dass sie es als “gut“ benennen :)

Justyn Matthews :: Auf den Spuren von Maxwell - April 2007
Justyn Matthews
Du hast früher in Bands gesungen, warum bist du jetzt solo unterwegs?
In one word: EGO. Ich hatte genug davon, mit den anderen Egos anderer Leute fertig zu werden. Es gab zu viele Momente, in denen Dinge nicht zustande kamen, weil es zu viele unterschiedliche Meinungen und Egos gab, die aufeinander trafen. Da habe ich beschlossen, solo weiterzumachen. Wenn es um Musik geht, leben und sterbe ich für diese Industrie. Ich möchte nicht, dass meine Träume und mein Erfolg an den Kompromissen mit anderen Leuten scheitern. Es war einfach Zeit, solo zu starten.

Du bist eindeutig kein Newcomer im Geschäft, hast gute und schlechte Zeiten erlebt. Was rätst du anderen Künstlern, die gerade ihre Karriere beginnen?
Wenn du glaubst, auch mit etwas anderem glücklich zu werden, solltest du keine Musik machen. Du musst dir jeden Morgen bewusst machen, dass du nur dafür auf die Welt gekommen bist: um Musik zumachen, zu singen, spielen und aufzutreten. Du suchst dir dieses Leben nicht aus, es wählt dich. Wenn du das nicht fühlst, mach lieber etwas anderes.

Ich würde auch sagen, dass die, die es nicht schaffen, einfach aufgegeben haben. Es läuft nicht immer glamourös. Es ist auch nicht immer spaßig. Da kommen viele dunkle Seiten. Wenn Musik für dich aber mehr bedeutet als alles andere, dann kannst du einfach nicht aufhören.

„Amazin” steckt für mich voller positiver Energie. Woher nimmst du diese?
Als ich das Lied geschrieben habe, war ich gerade verliebt. Was gibt es positiveres als die Liebe! Vor allem, wenn sie noch neue und aufregend ist. Das Großartige an „Amazin“ ist, dass die Leute sich so sehr damit identifizieren. Einige Fans haben mir sogar erzählt, dass sie es als IHR Hochzeitslied verwendet haben. Als Songwriter macht dich nichts glücklicher als das.

Deine Stimme ist sehr hoch, vor allem beim Lied “Why Can’t I”. Weißt du, welche Oktavenhöhe du maximal erreichst?
Ich glaube, ich liege bei dreieinhalb Oktaven. Wichtiger ist für mich aber der Klang. Was Leute an meiner Stimme mögen, ist ihr Klang. Zumindest haben sie mir das so gesagt.

Justyn Matthews :: Auf den Spuren von Maxwell - April 2007
Justyn Matthews
Singst du auch mal in tieferer Stimmlage, eventuell bei den Balladen?
Die Lieder “I will", "Amazin", "So Easy" und "Why Can't I" sind größtenteils mit kräftiger Stimme. Nur “Deeper Deeper” und “Wishing on a Star" zeigen mein Falsetto.

Die meisten Soul-Lieder handeln generell von der Liebe. Doch auch zwischen allen deinen romantischen Zeilen steckt sicherlich eine größere Botschaft, die du in die Welt tragen willst.
Ich arbeite gerade an Liedern, die mehr in diese Richtung gehen. Eine Art modernes “What's Going On" Art von Song. Ich bin nicht gut im Predigen von dem, was falsch und was richtig ist. Ich lasse meine Musik lieber für sich selbst sprechen.

Du hast bereit einige Lieder aufgenommen. Wann können wir mit einem Album rechnen?
Wir arbeiten momentan hart daran, ein Album fertig zustellen. Es sollte bis Ende des Jahres draußen sein. Also, haltet die Augen offen.

Noch ein paar kurze Fragen zum Ende hin. Nenne mir doch bitte eine soulvolle Zeile aus einem deiner Lieder.
"You make me high and feelin low. You pick me up when I have lost flow, whoa. And now I think it's time I told you so. That I could never every let you go."

Das ist der Refrain meines Liedes “Never Let You Go".

Und was legst du auf, wen es romantisch werden soll?
Maxwells "Urban Hang Suite" ist definitiv eines meiner Lieblingsalben für die Momente, wenn es “romantisch wird”, wie du sagst :)

Zu guter Letzt, beschreibe mir die soulvolle Seite an der Musik in nur einem Satz.
Das ist ganz einfach, meine Musik ist ehrlich. Ich schreibe und singe über meine persönlichen Erfahrungen mit der Liebe, Verlust, Glücklichsein, Traurigkeit, Leidenschaft, Sex und alles mit dem Leute etwas anfangen können; Themen, die uns ansprechen und in unserer Seele berühren.




All dies und noch viel mehr lässt sich bei den Klangbeispielen auf seiner offiziellen Website unter Justynmatthew.com nachhören.

 

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