soul
Interviews :: Konzerte :: Konzertreviews :: Interview-Suche :: Konzert-Suche
soul
 interview
leer
Jua  
soulsite.de
England respektiert den Soul vielmehr  
November 2007 :: USA - Karlsruhe (Email) - von Linda Könnecke  


Jua singt Chicago-Soul. Dementsprechend vielfältig ist seine Musik, die er jahrelang ausgeklügelt hat und nun auf seinem Album „Anticipation“ präsentiert. Im Email-Interview für SoulSite.de verriet er Redakteurin Linda Könnecke seine Vorliebe für rohe Gefühle, britisches Ausland und ehrliche Entscheidungen.

Jua :: England respektiert den Soul vielmehr - November 2007
Jua
Linda: Wann hast du zum ersten Mal bewusst Soulmusik gehört?
Jua: Ich bin damit aufgewachsen. Meine Mutter hörte immer die ganz Großen – von Luther Vandross und Anita Baker bis zu Chaka Khan und den Blackbyrds. Dadurch hatte sie einen starken Einfluss während meiner Kindheit. Sie motiviert und inspiriert mich aber auch weiterhin.

Und was schätzt du am Soul?
Ich schätze die Ehrlichkeit in dieser Art Musik. “Wahrer Soul” offenbart die Wahrheit über das Leben, alle Höhen und Tiefen mit eingeschlossen. Es romantisiert keinesfalls Lebenserfahrung des Einzelnen, sondern liefert dir die rohen Gefühle und Gedanken. Ich liebe alles daran, weil dieses Rohe mir bewusst macht, zu reflektieren, was im Leben passiert. Darüber nachzudenken.

Für welche Soulkollegen hast du dann Respekt?
Also, eine Soulkünstlerin, für die ich sehr starken Respekt empfinde, ist Ledisi. Sie ist auf einer komplett anderen Ebene als der Rest. Ihr Verständnis für Musik merkt man an der Art, wie sie mit der Stimme spielen kann. Sie verblüfft mich einfach :).

Dein Name heißt aus dem Suaheli übersetzt “Sonne”. Wie wirkt sich das aus?
Er war für mich schon immer besonders. Ich glaube nicht, dass die Welt sich um mich dreht ;). Ich fühle aber, dass ich etwas Besonderes in mir trage, das kein anderer hat. Außerdem bietet die Sonne eine Quelle der Erneuerung und des Wachstums. Auf diese Art und Weise versuche ich auch mein Leben zu leben.). Ich versuche stets vorwärts zu blicken, nach vorne zu gehen. Und – ich will diese Unterstützung und Motivation auch an besondere Leute in meinem Leben weitergeben.

Jua :: England respektiert den Soul vielmehr - November 2007
Jua
Du hast mal vorübergehend in Großbritannien studiert. Wie hast du die Tage im Ausland erlebt?
2000 hatte ich eine großartige Zeit in London. Ich bin gerade 21 geworden, da fühlte ich mich erwachsen ;o) Ich habe natürlich viele Touristen-Sachen gemacht und ein paar Theateraufführungen besucht. Ich bin aber auf einigen Parties von West-Indies-Leuten gewesen. In der Zeit habe ich wahrhaftig viel über mich selbst gelernt. Und auch über die dortige Musikszene.

Der größte Unterschied zu der in Amerika ist, dass die UK-Leute mehr hinter ihren Soulkünstlern stehen. Viele ältere US-Soulsänger ziehen nach Großbritannien, um dort aufzutreten und ihre Karriere weiterhin aufrecht zu erhalten. In den Staaten wird ihr Talent nicht mehr geschätzt, wie es eigentlich sein sollte. Man bezieht sich lieber auf junge, backfrische Künstler, die nur ein Viertel des Talents der Älteren besitzen. Die Briten sind weit offener gegenüber unterschiedlichen Soulkünstlern mit ihrem sehr variantenreichen Sound. Ganz anders die US-Hörer, die es bevorzugen, von allen Künstlern das Gleiche zu hören.

Es scheint, als sei dein Hauptthema die Liebe an sich und die Beziehung der Menschen zu einander. Was steckt demnach hinter Liedern wie “Push Aside The Hurt” und “Lost Paradise”?
Stimmt, ein Großteil meines Albums handelt davon. Die meisten können sich auch mit solchen Themen identifizieren, weil sie sehr dynamisch sind. Einfach zeitlos. “Push Aside the Hurt” hat ein Freund von mir geschrieben, der ein unglaublicher Songwriter ist. Er heißt Hermond Palmer. Den Großteil des Liedes hat er verfasst, ich habe nur meine “zwei Cent” dazugepackt. Ich bin stolz auf den Song, weil er etwas Tiefes anspricht: kaputte Beziehungen kurz vor dem Aus. Ich mag es, weil ich mich als den Mann sehe, der sagt, er gehe einen Schritt vorwärts, um die Beziehung zu retten. In einer Beziehung zu sein, ist harte Arbeit. Deshalb müssen derartige Schritte auch mal gemacht werden.

“Lost Paradise” ist eine Zusammenarbeit zwischen Kevin Williams und mir. Die Musik stammt aus einem Stück, das er bereits vor Jahren komponiert hat. Vor einem Jahr ungefähr hat er es mir vorgespielt und ich sagte ihm, dass ich es für mein Album verwenden möchte. Er war sich unsicher, ob ich es schaffe - but I DID!! Den Text hat Marc Fisher geschrieben. Ich war echt beeindruckt von ihm – wie immer. Er spricht Wahres. In dem Lied geht es schlicht darum, zu akzeptieren, wenn eine Beziehung vorbei ist und es für den Partner Zeit wird, das Haus zu verlassen. Wenn es nichts mehr zu retten gibt.

Was planst du für die nahe Zukunft?
Ich würde liebend gerne Shows in Frankreich und Deutschland machen. Es hängt davon ab, ob es Anfragen gibt und auch davon, wie ich diese umsetzen kann. In Washington D.C., Baltimore und New York City habe ich demnächst Auftritte. Mein Manager und ich arbeiten schwer daran, das Album “Anticipation” zu bewerben.

Kommen wir zu den berühmten Entscheidungsfragen. Motown oder Stax?
Stax. Sie haben einige Künstler neu unter Vertrag genommen, um das Label zu revitalisieren. Also Sängerinnen wie Lalah Hathaway, N’Dambi und Angie Stone. Ich kann es gar nicht abwarten, zu sehen, wie die Plattenfirma aktuell wächst.

Jua :: England respektiert den Soul vielmehr - November 2007
Jua
Northern oder Southern Soul?
Okay. Ich weiß nicht wirklich, was Southern Soul ist, dafür kenne ich aber den Northern Soul. Ich mag die Wiederbelebung der Sechziger Jahre in der Musik von heute. Ich bin ein großer Amy Winehouse Fan. Sie ist extrem talentiert.

Kirchenchor oder Background-Gruppe eines R&B-Stars?
Die R&B Star backing group. Ich habe beim Kirchenchor viel gelernt, aber es war eine stressige Zeit. Ich würde eindeutig die andere Gruppe nehmen. Wenn es ein großer Star wäre, wären die Auftritte auch sehr gut bezahlt ;o)

Und welchen Soul legst du auf, wenn es romantisch werden soll?
Sade, Maxwell, Chante Moore.

Wie beschreibst du die soulige Seite deiner Musik in einem Satz?
Leidenschaftliche Musik, die aus dem Herzen kommt und müde Herzen heilen soll.

Eine soulige Zeile aus einem deiner Songs bitte noch.
“Need you with me like the air I breathe” von dem Lied “I Need You”. Die Zeile ist für mich kraftvoll, weil sie nicht nur beschreibt, wie jemand über sein Soulmate fühlen soll, sondern auch meine Einstellung zur Musik reflektiert. Ich weiß nicht, wo ich wäre, hätte ich nicht die Möglichkeit zu singen und Musik zu kreieren. Ich wäre in dieser verrückten Welt verloren.




Doch der Soul hat ihn gerettet. Und wird ihm wohl noch einige Jahre lang seine Kreativität erhalten.

 

hoch
 

 

 

 archiv
leer
2010 - Sandra St. Victor
2010 - Donell Jones
2010 - Tim Dillinger
2010 - Jean-Paul 'Bluey' Maunick (Incognito)
2010 - Rico Levant
2010 - Adwoa Hackmann
2010 - Darrius Willrich
2010 - Jazzy
2010 - Gypsy Stokes
2010 - Beatrice Thomas
2010 - Kaled Ibrahim
2010 - Melania
2010 - Joonie
2010 - Johannes Oerding
2010 - Drew Sidora
2010 - Menoosha
2010 - Bashiyra
2010 - Bobby Jones aka Son Of Ellis
2010 - Jay Sean
2010 - Kimberly Nichole
2010 - Kevin Bryant
2009 - Laura Vane
2009 - Tuomo
2009 - Leon Taylor
2009 - Fetsum
2009 - Adam Emil
2009 - Mic Donet
2009 - Eric Arceneaux
2009 - Kaye-Ree
2009 - The Sweet Vandals
2009 - Cassandra Steen
2009 - Söhne Mannheims
2008 - Rachel Scharnberg
2008 - OleSoul
2008 - Cinnamon Brown
2008 - Will Preston
2008 - Blake Carrington
2008 - U-Nam
2008 - Andreas Horchler
2008 - Earth, Wind & Fire
2008 - Jua
2007 - Valarie Adams
2007 - SaYa
2007 - Kevin Michael
2007 - Javier
2007 - Trizonna McClendon
2007 - Soul Basement
2007 - Shorty Corleone
2007 - Amaree
2007 - Roi Anthony
2007 - Justyn Matthews
2007 - Ruben
2007 - Rico Levant
2007 - Peter Legat (v. Count Basic)
2007 - D.ablo
2007 - Maty Soul
2007 - Simon Webbe
2006 - KEM
2006 - Robin Thicke
2006 - Brown's Bag
2006 - Kyra
2006 - Karl Frierson
2006 - Clara Hil
2006 - Lisha
2006 - Mooli
2006 - Sam Moore
2006 - Gabriel Gordon
2006 - Raiinsongwriter
2006 - Sebastian Hämer
2006 - Martin Luther
2006 - Anam Owili-Eger
2006 - Alison Crockett
2006 - Positunes
2006 - Renaissanz
2006 - Tayo Awosusi
2006 - Codx
2006 - J-Lyriq
2006 - Christina Lux
2006 - Tasha LaRae
2006 - Ray J
2006 - Lab Addicts
2006 - Autumn
2006 - Son-D-Lyte
2006 - Nadja Benaissa
2006 - Carl Keaton Jr.
2005 - Mattafix
2005 - Muhabbet
2005 - Don-E
2005 - John Legend
2005 - Groove Guerrilla
2005 - Bintia
2005 - Naturally 7
2004 - Lutricia McNeal
2004 - Soulounge
2004 - Sedoussa
2004 - Groove Guerrilla
2004 - Mario Winans
2004 - Brenda Russell
2004 - Jocelyn B. Smith
2004 - Rahsaan Patterson
2004 - MIC
2002 - Ramsi Aliani
 newsletter
leer
Melde Dich bei unserem Newsletter an.

Los gehts...