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Sich neu auszuprobieren, tut sicher manchem Musiker gut. Auch dem R&B Sänger Omarion mit seinem Album „Ollusion“. Damit geht er weg von den souligen Ohrwürmen seiner ersten CDs, hin zu mehr HipHop Beats und R&B Stücken. Diese sind im wahrsten Sinne des Wortes von „Rhythmus“ geprägt: Trommelschläge, Händeklatschen und andere Klänge aus der „Rhythmus Kiste“ geben in allen Songs den Ton an. Sehr auffällig ist auch der verbreitete Einsatz von Piano und Synthesizer, was die Scheibe anfänglich relativ interessant macht.
Mit den anderen Elementen des Albums hat sich Omarion keinen Gefallen getan. Teilweise wendet er sich in den Tracks bewusst dem HipHop Sound zu, vertraut dabei auf bekannte Mitstreiter aus der Szene. Als Soul Künstler hat Omarion eine sehr bemerkenswerte Stimme, aber der Sprechgesang seiner Kollegen und der übertriebene Einsatz von Rhythmen und Beats passen nicht zu seinem eigentlichen Sound. Vor allem die Nummer „I Get It In“ erfüllt ihre Leistung als Vorgeschmack für das neue Album nicht, stieg nur auf Platz 83 der US Charts ein und verschwand wieder aus der Hitparade. Auch „Hoodie“, „Code Red“ oder „Sweet Hang Over“ sind weniger gelungen. Der Gesang hört sich auf vielen Liedern von „Ollusion“ sehr geradlinig an, hat aber kaum besondere Höhepunkte. Nur die melodische Gestaltung fällt sehr positiv auf, sind doch die langsameren Stücke wie „Temptation“, „What Do You Say“ oder „Wet“ die wirklich hörbaren Teile des Albums. Ein potentieller Charthit für die US-Top 10 ist nicht zu finden, lediglich die zweite Single „Speedin“, welche mit ein paar Samples an ein Formel 1 Rennen auf dem Nürburgring erinnert, hat ein gewisses Hitpotential. Darüber hinaus wurde den Fans in der offiziellen CD-Version der Bonus-Track „On My Grind“ vorenthalten, was aber dennoch verzeihlich ist.
Gerade der gewählte Titel „Ollusion“, bestehend aus „O“ (von Omarion) und dem Wort „Illusion“, drückt insgeheim die Schwäche des Albums aus: eine sog. Selbsttäuschung, die sich durch Omarions Entscheidung für mehr HipHop & Rhythmus ausmacht. Denn diese Richtung bringt ihn in seiner Karriere nicht so ganz weiter. Es sei Omarion empfohlen, wieder die Musik zu machen, wie wir sie aus den Anfängen seiner Karriere mit den Scheiben „O“ und „21“ kennen. Dann klappt’s auch wieder mit der Nr. 1 in den Album-Charts und den großen Musik-Awards. Als ab-schließende Bewertung, wie beim Gourmet-Kritiker: 3 von 5 Sternen!
von Christian Fink |